Ägyptisches Museum der Universität Leipzig

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Ägyptisches Museum der Universität Leipzig

Das Ägyptische Museum der Universität Leipzig umfasst eine Sammlung von ca. 7.000 Fundstücken aus mehreren Jahrtausenden, von der Altsteinzeit und den vordynastischen Kulturen Ägyptens über alle Perioden des pharaonischen Ägypten bis hin zur griechisch-römischen und der frühen islamischen Zeit.
Steindorffs Schüler und Nachfolger Walther Wolf (1900–1973) war als Privatdozent am Institut und Museum tätig. 1939 wurde Wolff zur Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende kehrte er, wohl aufgrund seiner Verwicklung in das NS-System, nicht mehr nach Leipzig zurück. Er veranlasste zu Kriegszeiten die Auslagerung von Teilen der Sammlung.
Die Durchführung der Auslagerung fiel Siegfried Morenz (1914-1970) zu. Er studierte Theologie und Ägyptologie an der Universität Leipzig. Als wissenschaftliche Hilfskraft „auf Kriegszeit“ verpackte er im Frühjahr 1943 gut 2000 Objekte in Kisten, die an zwei Orten der sächsischen Provinz untergebracht wurden. Der Rest, vor allem die ortsgebundenen Gipsabgüsse, bedeutende Reliefs des Alten Reichs und meroitische Grabreliefs, blieben im Museum und wurden während des großen Bombenangriffs vom 4. Dezember 1943 zerstört. Nur wenige Reste konnten aus den Trümmern geborgen werden.
Auch die Etappe des Wiederaufbaus der Leipziger Ägyptologie ist mit dem Namen Siegfried Morenz verbunden. Zuerst als Assistent und Dozent, später als Ordinarius und Institutsdirektor sorgt er für eine neue Unterkunft im Erdgeschoss des Universitätsgebäudes Schillerstraße 6. In dessen Kellerräumen hatte weiterer ausgelagerter Sammlungsbestand die Angriffe überstanden. Dort gelang es ihm, 1951 mit einem Teil der sichergestellten und inzwischen zurückgekehrten Originale eine kleine Ausstellung aufzubauen.
„Wir haben nicht mehr alles, aber wir haben noch vieles, und nicht weniges davon ist gut."
Seit 1999 führt Hans-Werner Fischer-Elfert (* 1954) das Ägyptologische Institut und das Museum.
Auf Beschluss des Berliner Verwaltungsgerichts vom 26. Mai 2011 musste die Universität Leipzig den Teil der 1936 von Georg Steindorff an die Universität zum Verkauf angebotenen Stücke an die Jewish Claims Conference übertragen, da es das Gericht als erwiesen ansah, dass Steindorff die Stücke unter Wert an die Universität verkaufte und ein Zwang aufgrund der damaligen Rechtssituation jüdischer Bürger nicht ausgeschlossen werden konnte. Die Universität Leipzig hat im Anschluss hieran den verfolgungsbedingten Entzug der Privatsammlung von Georg Steindorff anerkannt. In einer außergerichtlichen Einigung übertrug die Jewish Claims Conference am 22. Juni 2011, ganz im Sinne des in den USA lebenden Enkels Thomas Hemer, der sich für den Verbleib der Stücke in Leipzig eingesetzt hatte, das Eigentum in vollem Umfang an die Universität zurück. Die Universität wiederum verpflichtete sich, dem Andenken von Georg Steindorff an prominenter Stelle im Museum Platz zur Verfügung zu stellen und gerade auch bei Führungen für Kinder und Jugendliche auf das Schicksal der Familie von Georg Steindorff, dessen Schwester 1942 in Bernburg vergast worden war, hinzuweisen. Die Steindorff-Sammlung kann somit in Leipzig verbleiben und weiterhin im Sinne ihres Gründers für die akademische Lehre und die interessierte Öffentlichkeit genutzt werden.
Quelle: Bild:Einsamer Schütze

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